Das amerikanische Spanisch

Das amerikanische Spanisch

  • wird in den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas als Muttersprache gesprochen.
  • weist gewisse Abweichungen zum Kastilischen auf.
  • Typisch für Lateinamerika ist der sogenannte seseo. Während im europäischen Spanisch ein z meist wie ein stimmloses englisches th
    ausgesprochen wird, wird es in lateinamerikanischer Aussprache zu einem
    normalen stimmlosen s-Laut.
    Dasselbe trifft auf das c vor e und i zu (z. B. in nación)
  • benutzt die 2. Person Plural überhaupt nicht und wird stets durch die Anrede in der 3. Person ersetzt, an die Stelle des Personalpronomens „vosotros“ tritt immer „ustedes“
  • Auch im Singular ist die Anrede in der 2. Person mit „tú“ in vielen Gebieten unüblich (oder gilt als unhöflich) und man greift generell zur 3. Person mit „usted“
  • Ernsthafte Verständigungsprobleme zwischen Sprechern aus verschiedenen europäischen und amerikanischen Teilgebieten des spanischen Sprachraums gibt es kaumZu Missverständnissen kommt es am ehesten durch Wörter, die neben der allgemeinen Bedeutung in bestimmten Ländern eine umgangssprachliche Spezialbedeutung besitzen.
  • So ist etwa das in Spanien unproblematische und für alle möglichen Sachverhalte häufig gebrauchte Verb coger („nehmen, ergreifen, fangen“) in einigen Ländern Lateinamerikas ein ordinärer Ausdruck für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs.
  • Der Satz „Ich werde den Bus nehmen“ (Voy a coger el autobús) ist daher in Anwesenheit von Argentiniern ein sicherer Lacherfolg (Ich werde den Bus „fi...n“.). In Argentinien sowie in Uruguay und in Paraguay sollte man statt dem Verb „coger“ lieber das Wort „tomar“ nutzen.
  • Das gleiche gilt für Begriffe wie cola (was u. a. auch Strohhalm bzw. im Sinne von „hacer la cola“ auch „Schlange stehen“ bedeuten kann).
  • Auch das Wort Guagua sorgt in diesem Zusammenhang immer wieder für Heiterkeit. Während es auf den Kanarischen Inseln, Kuba und der Dominikanischen Republik gleichbedeutend mit (Stadt)-Bus ist, steht es in Andenländern wie Chile, Peru oder Ecuador für Krabbel- oder Kleinkindhier: Xenismus aus Quechua), so dass auch hier Missverständnisse programmiert sind.
  • Die folgenden Vokabeln aus der Dominikanischen Republik zeigen den Unterschied zum europäischen Spanisch: la china - die Orange, la italiana - die Mandarine, la lechoza - die Papaya, el guineo - die Banane, la chinola - die Maracuja.
    Hübsch
    bedeutet auf Kuba und in der Dominikanischen Republik bonito/-a oder lindo/-a; in Spanien guapo/-a, was in den genannten Ländern als aggressiv oder wild verstanden wird. Somit ist Una chica guapa in Spanien ein hübsches, auf Kuba ein wütendes Mädchen.

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