Aus dem Spanischen abgeleitete Sprachen
- Spanischbasierte Kreolsprachen
Chabacano (Philippinen)
- es handelt sich um einen Sammelbegriff für die philippinischen spanischbasierten Kreolsprachen in der etwa 90 % der Wörter spanischem Ursprungs sind.
- kam im 17. Jh. von den Gewürzinseln auf die Philippinen und wird von ca. 150.000 Sprechern als Erstsprache gesprochen.
Palenquero (Kolumbien)
- entstand als eine eigenständige Sprachinsel am Fuße der Montes de María (Provinz Bolívar). Aufgrund der sozialen Isolation der Ortschaft San Basilio de Palenquezum zum übrigen Kolumbien, konnte diese Sprache bis zum heutigen Tag überleben. Die Mitglieder dieser Minderheit werden auf 3.000 bis 4.000 geschätzt. Etwa die Hälfte von ihnen beherrscht Palenquero und ist zweisprachig. - Mischsprachen (Hybriddialekte) existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen
Portuñol in Uruguay und Brasilien
A Fala in Spanien
Barranquenho in Portugal
Portuñol
- ist keine Sprache mit festen Regeln oder einheitlichem Wortschatz und besitzt keinen eigenständigen sprachkulturellen Hintergrund
- entstand ursprünglich im Grenzgebiet zwischen Uruguay und Brasilien bzw. in Uruguay selbst (Hochburg Rivera in Norduruguay), das zwischen 1680 und 1828 zwischen Spanien (Argentinien) und Portugal (Brasilien) umkämpft war und mehrmals den Besitzer wechselte
- ist aus Português und Español gebildet
- wird von Sprechern von Spanisch und Portugiesisch bei Kommunikation mit Sprechern der jeweils anderen Sprache benutzt
- hat als Unterschied zu anderen Mischsprachen, dass die jeweils andere Sprache nicht zuvor erst erlernt werden muss
- ist sowohl für spanische als auch für portugiesische Muttersprachler von Kindheit an verständlich, da beide Sprachen einen bis zu 90% identischen Wortschatz aufweisen.
- Man versucht einfach, die Sprechweise der anderen Sprache so gut wie möglich zu imitieren und eventuell Wörter der anderen Sprache zu verwenden, um verstanden zu werden.
Die sephardische Sprache (Ladino oder Judenspanisch)
- ist die traditionelle romanische Sprache der sephardischen Juden
- soll nicht mit der ladinischen Sprache verwechselt werden.
- wurde in den 90er-Jahren noch von etwa 150.000 Menschen gesprochen, zwei Drittel davon in Israel. Alle Sprecher beherrschen zumindest eine weitere Sprache fließend.
- wird außerhalb Israels und der Türkei vor allem in Griechenland, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien gesprochen
- ist vor allem in Israel vom Aussterben bedroht, da es dort vom Ivrith verdrängt wird. Auch in anderen Ländern ist es sehr stark im Rückgang begriffen.
- hat sich um 1492 im Zuge der Reconquista (Wiedereroberung) durch die Katholischen Könige über Südeuropa, den Nahen Osten und Nordafrika verbreitet
- das orientalischee Sephardisch ist stärker durch die türkische Sprache und die griechische Sprache beeinflusst, die nordafrikanischen Dialekte (westliches Sephardisch) verstärkt von arabischen und französischen Elementen.
Lunfardo
- ist ein spanischer Dialekt
- ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den unteren Bevölkerungsschichten, wie zum Beispiel den porteños (Hafenarbeiter) in und um Buenos Aires entstanden
- hat den Ursprung (wird angenommen) in den Gefängnissen wo Inhaftierte Ausdrücke kreierten, die nur von ihnen verstanden werden sollten
- hat viele Ausdrücke die aus den Sprachen der diversen Einwanderer (italienisch, englisch, portugiesisch, polnisch etc.) stammen. Andere stammen aus dem Wortschatz der Gauchos beziehungsweise der schwarzen Bevölkerung Argentiniens
- hat vielfach sehr bildhafte Ausdrücke und Metaphern
- hat eine weitere typische Quelle neuer Wörter:
das Vesre. Hier wird die Reihenfolge der Silben vertauscht. Diese Wortspielerei findet sich auch in der französischen Umgangssprache als Verlan. Manche dieser Worte werden so geschickt eingesetzt, daß sie mit und ohne Silbenumkehr verstanden werden können und einen doppeldeutigen Text ergeben. Zum Beispiel sacar (wegnehmen) und casar (heiraten). - eignete sich offenbar so gut zu geheimen Absprachen und zur Abgrenzung von der Oberschicht, dass es zeitweilig verboten wurde
- Ausdrücke werden heute vorwiegend noch im Tango benutzt, der zusammen mit dem Lunfardo in dem selben Milieu entstand, und wie die Sprache eine Identifikationsmöglichkeit bot
- verleiht den Texten des Tango heute wie damals einen verruchten Ton und eignet sich besser als die gebildete, "schickliche" Sprache zur Darstellung des Milieus und zur rebellischen Anklage gegen die sozialen Verhältnisse
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