Die niederländischen Dialekte

Die niederländischen Dialekte

  • Die niederfränkischen Mundarten machen den weitaus größten Teil der niederländischen Dialekte der Niederlande, Belgiens und Frankreichs (als deutsche Mundarten werden sie auch in einem kleinen Teil Nordrhein-Westfalens gesprochen).
    Zu den wichtigsten Dialektgruppen zählen:
    Holländisch
    Brabantisch
    Ostflämisch
    Westflämisch
    Kleverländisch
    Seeländisch
    Limburgisch
  • Niedersächsische Dialekte werden in nordöstlichen Gegenden der Niederlanden gesprochen (sowie im Westen von Norddeutschland)
  • Das Ripuarische wird nur in einem sehr kleinen Gebiet zwischen Maastricht und Aachen gesprochen (in Deutschland nimmt es einen weitaus größeren Teil ein und beinhaltet auch den bekannten Kölner Stadtdialekt Kölsch)
  • An der deutsch-niederländischen Grenze gehen die niederländischen Mundarten fließend ins Niederdeutsche oder Westmitteldeutsche über

Der holländische Dialekt

  • ist der niederländische Dialekt, der im Raum Holland gesprochen wird, also ungefähr in den beiden Provinzen Nordholland und Südholland
  • hatte im 16. Jahrhundert, als die niederländische Standardsprache enstand, mit den brabantische Dialekten, die größte Bedeutung. Darum wird die niederländische Standardsprache in der Umgangssprache auch gelegentlich Holländisch genannt.
  • ist dem Standardniederländisch näher als überall sonst, wobei im Volksmund das Holländisch der Stadt Haarlem als das reinste angesehen wird
  • wird in Friesland in bestimmten Orten gesprochen
  • hat einen immer noch großen friesischen Einfluss im Norden Hollands
  • Im Süden Hollands gehen die Mundarten in stärker brabantische Dialekte wie Kleverländisch über
  • Liste der Subdialekte

  • Südholländisch
    Strand-Holländisch (eine konservative Variante des Südholländischen) Westhoeks
    Utrechts-Alblasserwards

    sind überwiegend Niederfränkisch, und vor allem das Südholländische weicht nur geringfügig von der niederländischen Standardsprache ab.
  • Waterländisch
    Zaans
    Kennemerländisch
    West-Fries
    Texelsch

    sind Dialekte, in denen das friesische Substrat noch relativ stark präsent ist
  • Bildts, Midslands, Stadtfriesisch und Ameländisch
    sind Dialekte die in Friesland gesprochen werden und deren friesischer Einfluss noch so stark ist, dass sie oft nicht zum Holländischen gerechnet werden, sondern als Art von Kreolsprache gelten

Brabantisch (Brabantisch: Braobans; Niederländisch: Brabants)

  • ist ein Dialekt der niederländischen Sprache, der in der niederländischen Provinz Nordbrabant, in den belgischen Provinzen Antwerpen, Flämisch-Brabant und kleinen Teilen der Provinz Limburg gesprochen wird
  • Im Nordwesten Brabants (Willemstad) wird holländisch gesprochen. Nach Konvention werden die Südgelderschen Dialekte vom Brabantischen unterschieden, auch wenn außer der Geografie keine objektiven Kriterien dafür bestehen
  • kann grob in drei Subdialekte geteilt werden:
    West-Brabants, gesprochen im Gebiet westlich vom Fluss Donge; im Westen von Nordbrabant (das Gebiet um die Städte Breda und Roosendaal) und im Norden und Westen der Provinz Antwerpen in Belgien
    Oost-Brabants, gesprochen im Gebiet östlich vom Fluss Donge; in der Mitte und im Osten Nordbrabants (das Gebiet um die Städte Tilburg, Eindhoven, 's-Hertogenbosch und Helmond), dem Osten der Provinz Antwerpen und dem äußersten Westen der Provinz Limburg
    Zuid-Brabants, gesprochen in der Provinz Flämisch-Brabant und dem Süden von Antwerpen
  • wird in den Niederlanden nicht als Minderheitensprache anerkannt
  • Da das Standardniederländische teilweise auf dem Brabantischen basiert, ist kein eigener brabantischer Standard nötig

Die westflämischen Dialekte

  • werden in Teilen der Niederlande, Belgiens und Frankreichs gesprochen
  • hat auffällige Überschneidungen mit den angrenzenden niederländischen Dialekten
  • gehört, Sprachwissenschaftlich betrachtet, zur Dialektgruppe des Niederländischen
  • Viele Westflamen beharren allerdings darauf - zumeist aus politischen Gründen - , dass es sich beim Westflämischen um eine eigenständige Sprache handelt
  • hat manche Unterschiede zu Niederländisch die größer sind als die zwischen Afrikaans und Niederländisch
  • hat noch alte Wörter vorhanden, die sich später in den Niederlanden verändert haben. Ein Beispiel ist das Wort gern (Westflämisch), gerne (Deutsch) und graag (Niederländisch
  • hat rund 1 Million Sprecher in Belgien, 90.000 in der niederländischen Region Zeeuws Vlaanderen und rund 20.000 im französischen Departement Nord
  • Unterschiede zwischen Niederländisch und Westflämisch liegen vor allem in der Aussprache

Der Kleverländische Dialekt

  • ist die übliche Bezeichnung für eine niederfränkische Mundartgruppe in Nordrhein-Westfalen und einigen kleineren angrenzenden Gebieten der Niederlande
  • wird in der Germanistik auch als „nordrhein-maasfränkisch“ oder „nordrhein-maasländisch“ bezeichnet
  • ist Grundlage der heutigen offiziellen niederländischen Schriftsprache
  • wird zusammen mit dem Limburgisch-Bergischen zuweilen auch als "niederrheinische" oder  „niederrheinisch-bergische“ Sprache bezeichnet

Die seeländischen (Zeeuws, Zeêuws) Dialekte

  • ist eine Gruppe von niederfränkischen Dialekten, die in der niederländischen Provinz Zeeland und auf der nördlich von Seeland gelegenen ehemaligen Insel Goeree-Overflakkee gesprochen werden
  • werden im Allgemeinen als ein Dialekt des Niederländischen betrachtet
  • haben Unterschiede in der Aussprache und hier und da auch im Wortschatz und in der Grammatik die es für einen Sprecher der niederländischen Standardsprache oder eines holländischen Dialekts besonders schwierig macht,  das Seeländische zu verstehen
  • werden von Ethnologuen als eine aparte Sprache bezeichnet.
    Andere ziehen es vor, das Seeländische zusammen mit dem Westflämischen als eine Sprache zu betrachten
  • bilden einen Übergang vom Holländischen zum Westflämischen. Wenn man von Norden nach Süden reist, bemerkt man eine allmählige Zunahme südwestlicher Sprachmerkmale
  • werden noch von etwa 200.000 Leuten aktiv benutzt

    In Zeeuwsch-Vlaanderen spricht man Dialekte, die dem West- und Ostflämischen zugerechnet werden. Jedoch werden die westflämischen Varianten, die man dort spricht, manchmal auch Zeeuws genannt

Limburgisch-Bergisch oder Südrheinmaasländisch

(auch Limburgisch und Südostniederfränkisch, selten Westplatt)

  • ist eine Sprache, die im Osten der Niederlande (Provinz Limburg) und Belgiens (ebenfalls Provinz Limburg) sowie im Westen Deutschlands im Rheinland verbreitet ist
  • hat circa 1,6 Millionen Sprecher
  • genießt in den Niederlanden den Status einer Regionalsprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
    Viele Linguisten sehen diese Entscheidung jedoch sehr kritisch, da sie die Grundlage zur Klassifizierung als eigenständige Sprache als nicht gegeben ansehen
  • Im Unterschied zu vielen anderen europäischen Sprachen und auch zum Niederländischen hat das Limburgische einen sehr melodisch anmutenden Klang
  • hat zwei Töne, den sogenannten Stoßton (Stoottoon) und den Schleifton (Sleeptoon). Beide Töne beginnen hoch und fallen dann ab. Der Schleifton endet aber mit einem erneuten Anstieg, während der Stoßton tief bleibt. So heißt das Wort zie mit Stoßton ausgesprochen "Seite", mit dem Schleifton aber "Frau"
  • Zum Limburgisch-Bergischen zählen folgende Dialekte:
    Südostniederfränkisch
    Heinsberg-Mönchengladbach-Viersen-Krefeld (Krieewelsch)
    Niederbergisch (oder nur vereinfacht Bergisch genannt) (Düsseldorf-Mettmann-Solingen-Remscheid)
    West-Limburgs (gij-Limburgs) (Hasselt-Tongeren)
    ik-Limburgs (Venlo und Umgebung)
    Centraal-Limburgs (Genk-Maastricht)
    Oost-Limburgs (Sittard-Roermond)
  • Diese Einteilung basiert v. a. auf dem Vorkommen des "sch", das im Westlimburgischen, wie im Standard-Niederländischen, unbekannt ist, also nur in Fremdwörtern auftaucht, im Ostlimburgischen dagegen wie im Deutschen vor den Konsonanten l, m, n, p, t vorkommt und teilweise, bei Eupen und Kerkrade im Osten, auch vor "w".
  • steht linguistisch als Übergang zwischen dem Kleverländischen und dem Ripuarischen
  • wird in Deutschland am mittleren und südlichen Niederrhein, in Düsseldorf und in Teilen des Bergischen Landes gesprochen
  • wird häufig gemeinsam mit dem Ostbergischen und dem Kleverländischen (einer unbestritten niederländischen Mundart) als "Niederrheinische" oder "Niederfränkische" Sprache zusammengefasst

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