Die Dialekte der griechischen Sprache
lassen sich in nördliche und südliche Dialekte aufteilen
- Nördliche Dialekte:
auf dem griechischen Festland etwa nördlich einer Linie Kithairon-Chalkida, in der nördlichen Hälfte Euböas und auf den Nördlichen Sporaden, auf Thasos, Samothraki, Limnos, Lesbos und Samos - Diese Dialekte werden auch von den Minderheiten in den angrenzenden Staaten Albanien, Mazedonien und Bulgarien gesprochen
- Der Dialekt der Sarakatsanen (griech. Sarakatsani), die im nördlichen Griechenland ursprünglich transhumante Weidewirtschaft betrieben und heute zu einem kleinen Teil auch in Rumänien und Bulgarien leben, weicht von den umgebenden Dialekten stark ab und hat einige Archaismen erhalten
- Südliche Dialekte:
- Peloponnesisch-Ionisch auf der Peloponnes, in Attika und Böotien südlich der Grenze zu den Nördlichen Dialekten, im Süden Euböas sowie auf den Ionischen Inseln
- Alt-Athenisch und Maniotisch. Der Alt-Athener Dialekt, der z. B. den [i]-Laut vor anderen Vokalen in betonter Stellung erhalten hat, konnte sich nur vereinzelt um die Städte Megara und Kymi sowie auf Ägina halten und steht dem noch existenten Dialekt der Halbinsel Mani nahe, der sich unter den Nachfahren maniotischer Auswanderer in dem korsischen Ort Cargèse bis ins 20. Jahrhundert halten konnte
- Kretisch-Kykladisch auf Kreta, den Kykladen und in einigen Exklaven in Syrien und dem Libanon
- Südöstliche Dialekte auf Chios, Ikaria und der Dodekanes sowie das Zypriotische Griechisch auf Zypern.
Bedingt durch die lange politische und räumliche Isolation im Mittelalter und in der Neuzeit konnten sich bis zur türkischen Invasion 1974 auf der Gesamtinsel und danach im griechischen Teil der Insel Zypern bis heute einige sprachliche Archaismen aus dem Mittelalter halten. Dadurch weicht die Umgangssprache der Zyperngriechen merklich von der griechischen Hochsprache ab. Letztere wird trotzdem in allen formellen Zusammenhängen (Politik, Medien, Schule) und in Schriftform benutzt. - Die Jevanische oder Jüdisch-griechische Sprache (Romaniotischer Dialekt) der Romaniotes, der jüdischen Griechen, die im ganzen Osmanischen Reich verstreut verbereitet war, ist erloschen.
Sie starb im 20. Jahrhundert durch Assimilation ihrer Sprecher an die Sephardische Sprache, die umgebenden Staatssprachen oder das Hebräische bei der Auswanderung nach Israel und nicht zuletzt durch die Massenvernichtung der Juden im Holocaust aus.
Das Jevanische war aus der mittelgriechischen Koine entstanden und wie vergleichbare europäische Sprachen der Juden stark mit hebräischen Begriffen durchsetzt, aber für Sprecher des modernen Griechisch offenbar weitgehend verständlich. - Sprachformen älterer Herkunft
Einige Sprachformen des Neugriechischen haben sich aus älteren Stufen der Sprache gebildet und einige Entwicklungen der Gemeinsprache nicht mitvollzogen. Hinzu kommt bei manchen Dialekten am äußeren Rand des ehemaligen griechischen Sprachraums der Einfluss nicht-attischer griechischer Dialekte oder der Nachbarsprachen, z. B. des Italienischen. Diese Sprachformen, die allesamt im Schwinden begriffen sind, sind für einen Sprecher des Standardgriechischen schwer oder nicht verständlich, womit sie auch als selbständige griechische Sprachen gewertet werden können. - Tsakonisch wird noch in zehn Dörfern in der Region Lakonien auf dem Peloponnes aktiv gesprochen, es hat sich aus dorischen Wurzeln entwickelt. Nur rund 70 % des Wortschatzes decken sich mit dem des Standardgriechischen
- Pontisch und Kappadokisch Das außerhalb Griechenlands stark gefährdete Pontische und das inzwischen erloschene Kappadokische dagegen weisen starke ionische Einflüsse auf.
Pontisch war der verbreitete Dialekt der griechischen Siedlungen rund um das Schwarze Meer, während Kappadokisch in Zentralanatolien gesprochen wurde. Im Rahmen des Bevölkerungsaustausches mit der Türkei im Jahr 1922 wurden diese Volksgruppen fast vollständig in verschiedene Teile Griechenlands umgesiedelt. Im Gegensatz zum Kappadokischen ist das Pontische noch nicht ausgestorben und wird noch aktiv gesprochen. In von pontischen Umsiedlern besiedelten Gegenden ist es auch heute noch allgemeine Verkehrssprache, und färbt auch auf das hier gesprochene Standardgriechisch ab. Im Raum Thessaloniki gibt es sogar pontischsprachige Radiosender. Allerdings geht die Sprecheranzahl weiter zurück, was auch daran liegt, dass der griechische Staat das Pontische - wie auch die Geschichte der Pontier allgemein - offiziell bis vor wenigen Jahren vollkommen ignorierte. Kenntnisse des Standardgriechischen sind nicht ausreichend, um Pontisch zu verstehen. Reste von Sprechern des Pontischen gibt es auch in der heutigen Türkei, in Russland und in der Ukraine (in und bei der ukrainischen Stadt Mariupol, daher Mariupolitisch - Das Griko (ital. auch grecanico) wird von weniger als 20.000 Menschen in zwei Varianten, dem griechisch-kalabrischen Dialekt in neun Dörfern um Bova, Kalabrien, und dem Dialekt der Grecìa Salentina in neun Dörfern südlich von Lecce im Salento, der Halbinsel im Süden Apuliens gesprochen.
Das stark vom dorischen Altgriechisch geprägte Griko ist mit großer Wahrscheinlichkeit das linguistische Erbe der „Magna Graecia“, einige Forscher sehen den Ursprung im Mittelgriechischen aus byzantinischer Zeit. Es wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben, das Griko und die umgebenden süditalienischen Dialekte haben sich außerdem gegenseitig beeinflusst.
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