Pomaken
- sind eine vorwiegend im Südwesten Bulgariens (zwischen Smoljan in den Rhodopen und Raslog im Piringebirge) lebende, den Rhodopen-Dialekt der bulgarischen Sprache sprechende, muslimische Volksgruppe
- Auch in Griechenland existiert eine pomakische Minderheit. Im Wesentlichen bezeichnet dies die nicht-türkischen Muslime auf der Balkan-Halbinsel
- Die Etymologie der Bezeichnung pomak stammt wahrscheinlich aus dem slawischen Wort помагачи, was so viel wie "Helfer" bedeutet und - bezogen auf die Zeit der türkischen Herrschaft - die Menschen als kollaborativ bezeichnete, auch wenn dies mit der Kollaboration in anderen europäischen Ländern geschichtlich nicht vergleichbar ist
- In Griechenland sind die Pomaken nicht als ethnische, sondern lediglich als muslimische Minderheit anerkannt und werden in den Schulen auch in türkischer Sprache unterrichtet. Das führt dazu, dass viele Pomaken, auch in Bulgarien, trotz ihrer slawischen Herkunft fälschlich (in jüngster Zeit zunehmend aber auch freiwillig) statistisch als Angehörige der türkischen Minderheit geführt werden.
Angaben über die Zahl der Pomaken weichen daher stark voneinander ab. Bei der bulgarischen Volkszählung 1992 identifizierten sich von damals fast 9 Millionen (heute weniger als 8 Millionen) Einwohnern Bulgariens 65.500 als Pomaken, der Fischer Weltalmanach (1994) gab ihre Zahl für 1991 noch mit 260.000 an, danach überhaupt nicht mehr, dafür aber nahm der Anteil der sich als Angehörige der türkischen Minderheit bekennenden Staatsbürger Bulgariens zu. Hundert Jahre zuvor gab es laut Meyers (1888) noch 400.000 Pomaken unter 2 Millionen Bulgaren, die Britannica aber zählte 1911 nach einem Massenexodus 1879-99 nur noch 23.000 Pomaken, und erst 1913 fiel ihr Siedlungsgebiet endgültig an Bulgarien. Die Gesellschaft für bedrohte Völker und Linguisten schätzte 2001 die Zahl der Pomaken in Bulgarien auf 250.000.
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